In dieser Woche feiern wir das Herz-Jesu-Fest, eine Woche nach dem Hochfest des Leibes und Blutes Jesu. Jesus schenkt sich uns, Jesus ist uns ganz nahe.
Wenn wir vom Herzen eines Menschen sprechen, dann meinen wir seine ganze Persönlichkeit. Wenn ich jemand ganz fest liebe, dann sage ich: ich liebe dich von Herzen. Das heißt für uns: wenn wir vom Herzen Jesu sprechen, dann meinen wir Jesus in seiner ganzen Persönlichkeit. Jesus, der aus Liebe zu uns Mensch geworden ist, der unser ganzes menschliches Schicksal mitgemacht hat - von der Geburt bis zum Tod.
Die Herz-Jesu-Verehrung begann im Mittelalter mit der Hl. Gertrud, der Frau aus dem Orden der Zisterzienser. Sie schrieb in ihren Werken von der Liebe Jesu in seinem geöffneten Herzen, in seiner ganz großen Liebe.
Die Herz-Jesu-Verehrung war dann besonders stark im 19. Jahrhundert, vor allem in Frankreich. Ein Beispiel dafür ist die große Kirche Le Sacre Coeur (das heilige Herz), die mit ihrer Kuppel den Norden von Paris überragt. Von Frankreich griff die Herz-Jesu-Verehrung auch in unser Land hinüber.
Bis heute wird jeder erste Freitag im Monat als Herz-Jesu-Freitag gefeiert. Als Kind ging ich mit meiner Mutter am Herz-Jesu Freitag in den Dom in Eichstätt, wo wir mit vielen Leuten mitgebetet und mitgesungen haben, vor dem Altar war eine große Herz-Jesu-Statue mit vielen brennenden Kerzen.
Eine alte Freundin meiner Mutter, bei der ich mich immer wohlfühlte, hatte auf dem Tisch eine Herz-Jesu-Statue stehen. Nach ihrem Tod habe ich diese Statue geerbt und sie hat noch immer einen guten Platz bei mir.
Die Herz-Jesu-Verehrung heißt: Jesus liebt mich und uns alle ohne Grenzen, deshalb dürfen wir immer hoffende Menschen sein und ihm unsere Freuden, Sorgen und Nöte sagen. Gerade heute in unsrer Zeit der Krisen und Unsicherheiten dürfen wir Christen uns als hoffende Menschen zeigen, weil wir von der Liebe Jesu umgeben sind.
Ich wünsche uns, dass wir hoffende Menschen sind in der Liebe Jesu.
Ihr Karl Mödl, Pfr. i. R. mit dem Seelsorgeteam
