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11.10.2026 - 28. Sonntag im Jahreskreis

Sind wir Christen noch anziehend?

Von Papst Pius XII. stammt aus den 50er Jahren der Spruch: Die größte Gefahr für die Kirche sind nicht ihre Feinde, sondern die Gleichgültigkeit der Guten.

Unter den frühen Christen war es selbstverständlich, auch von Herzen: Wir können gar nicht anders als am Herrentag am Herrenmahl mit unseren Brüdern und Schwestern zusammen zu sein.

Die frühen Christen brachten es fertig, aus einer kleinen engen Schar zu einer großen weltweiten Gemeinschaft zu werden, weil sie für viele in der Gesellschaft anziehend waren. Bei ihnen gab es keinen Unterschied. Der heilige Paulus weist oft darauf hin: Für uns gibt es nicht Männer und Frauen, Herren und Sklaven, Juden und Heiden, sondern wir sind alle eins in Christus. Wie schaut es bei uns aus? Das Herrenmahl am Sonntag scheint nicht mehr wichtig zu sein. Wichtiger ist mit dem Hund ausgehen, joggen, radeln, wandern.

Die Geschichte des Evangeliums handelt vom Reich Gottes und wer hineinkommen kann. Es ist die Rede von vielen Gleichgültigen, denen alles andere wichtiger ist als die Einladung des Königs. Dann dürfen alle kommen ohne Unterschied, aber auch da ist ein Gleichgültiger dabei, ohne hochzeitliches Gewand. Es werden also nicht die Stammkunden eingeladen, sondern alle ohne Unterschied.

Was heißt das für uns? Anziehend sein für viele, auch die Vielfertigen.

Es ist auch nicht gut zu sagen: wie es war vor aller Zeit, so auch jetzt in Ewigkeit.

Es würde uns helfen, eine ganz tiefe Beziehung zu Jesus zu haben und daraus zu leben.

Vor über 40 Jahren, bei einer bayerischen  Fortbildung für Jugendseelsorge, sagte uns der Theologe  Paul Zulehner: Wir müssen weg von einer „komm-Kirche“ zu einer „geh hin-Kirche“, auch zu den Nicht-Kirchentümlichen.

Es wäre gut, zu überlegen: Was sollen wir tun, um anziehend zu werden, wie die frühen Christen?

Ich wünsche uns, dass wir als Gemeinde anziehender werden für die Verschiedenen.

Ihr Karl Mödl, Pfr. i. R. mit dem Seelsorgeteam
 

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