Joh 14,1 - vgl. Joh 14,1-12 Evangelium vom Sonntag
Liebe Leserin! lieber Leser!
in den widersprüchlichen Meldungen unserer Tage wird Unsicherheit geschürt. Ob es die Aussagen zur Rentenreform hierzulande sind oder Meldungen über Friedensschlüsse fernab und Bombardements in den selben Regionen weltweit oder ob es um das freigewählte Ende des Lebens wegen einer drohenden Erkrankung ist.
Was ist richtig? Was stimmt? Auf was können wir uns verlassen?
Solche und ähnliche Fragen bringen mich ins Grübeln, bereiten mir Kopfzerbrechen, stellen mich und mein Leben immer wieder neu infrage.
Geht es Ihnen auch so? Oder lassen Sie diese Meldungen kalt? Vielleicht boykottieren sie diese, weil Sie bereits genervt sind und sie nicht mehr ertragen können und wollen.
Wie beruhigend wirken da die Worte Jesus (s.o.), die er im Abendmahlsaal mit seinen Jüngern teilt. Und wie vorausschauend sind diese Abschiedsworte vom Herrn gewählt, mit denen er seinen Freundinnen und Freunden Mut machen will für die Zeit, in die sie auf sich selbst gestellt sind.
Mir machen sie Mut, diese Worte am Beginn des Sonntagsevangelium. Und ich bin dankbar, dass ich sie auch auf mich und meine Situation beziehen darf um mehr Klarheit und um mehr Vertrauen wieder neu zu erhalten. Denn das, was auf mich und auf uns zukommen wird, ist nicht ohne. Die immer größer werdenden Einheiten, die Verantwortung und die Zuständigkeit, die von oben nach unten einfach durchgesetzt werden. Dabei wird so getan, dass dies alles ohne weiteres so weiterlaufen wird und der einzelne vor Ort schon einen Weg finden wird, mit dem er diese Herausforderung bewältigen kann. Oder sein Scheitern wird sehenden Auges in Kauf genommen.
Ich habe Mut und Vertrauen, dass wir im Pastoralen Raum Aschaffenburg-Ost, zu dem Goldbach, Haibach, Hösbach, Glattbach und Johannesberg gehören, einen guten Weg finden werden. Es wird zwar anfangs noch etwas holprig sein, aber wir werden miteinander in diesen Herausforderungen bestehen und gemeinsam daran wachsen.
„Glaubt an Gott und glaubt an mich!“
Mit dieser Zusage will Jesus uns stärken. Wie meint er dies? Und wie können wir dies heute verstehen?
Zum einen verkündet Jesus Gott als seinen barmherzigen Vater. Ein inniges Verhältnis ist tragend, ein unerschütterliches Vertrauen bis in den Tod hinein ebenfalls.
Die Ermutigung „an Gott zu glauben“ meint, an den Gott Jesu zu glauben, der voll und ganz auf der Seite Jesu steht und sich so eindeutig zum Menschen bekennt, den er innig liebt.
Und das macht mir Mut und schenkt mir Vertrauen: denn Gott geht alle Wege mit!
„Glaubt an mich!“ ist dann eine weitere Variante des Glaubens Jesu, der ja „am Herzen des Vaters ruhte“ (vgl. Joh 1,18) um uns Kunde von Gott zu bringen. Sein Lebenszeugnis, seine Reden, mehr noch sein Handeln an den Menschen zeigt, dass sich Gott voll und ganz auf die Seite derjenigen stellt, die Hilfe bedürfen, die ausgestoßen sind, die krank und daher abgesondert von der Gemeinschaft ihr Dasein fristen müssen. Jesus geht auf sie zu. Jesus berührt sie. Und Jesus isst sogar mit ihnen: Er will die Gemeinschaft mit jedem Menschen, ohne Ausnahme. Und das ist mir sehr, sehr sympathisch. Und mit diesem Jesus will ich meinen Dienst auch weiterhin glaubensfroh und voller Hoffnung einbringen, mit ihnen diesen Glauben leben und mit ihnen feiern.
Haben Sie nicht auch Lust und Vertrauen, mit diesen Gott „Mauern zu überspringen“ (Ps 18,30) und Gemeinschaft neu zu erleben und zu erfahren? Sie sind alle herzlich willkommen!
Ihnen und Ihren Angehörigen wünsche ich einen frohen Sonntag und eine gute Woche.
Ihr Nikolaus Hegler, Pfarrer
