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15.03.2026 - Vierter Fastensonntag

Freue Dich!

auf Lateinisch: Laetare! Das ist der Ruf des vierten Fastensonntags. Sicherlich kann man Lebensfreude nicht einfach befehlen oder herbeizwingen. Diese wird letzten Endes immer ein Geschenk bleiben. Aber sehnen wir uns nicht alle nach Tipps, die uns vielleicht helfen könnten, dieser Lebensfreude auf die Spur zu kommen? Vielleicht können uns heute ein paar alte Ratschläge aus dem 13. Jahrhundert dabei nützlich sein. Thomas von Aquin hat sie in einer kleinen Schrift mit dem Titel „Gegen die Traurigkeit des Gemüts“ zusammengestellt. Zum Erstaunen zählt der Theologe darin ganz banale und alltägliche Dinge auf, die nötig sind, damit die Freude in unserem Leben wachsen kann. Seine Tipps lauten: Genießen, schlafen, schwimmen, weinen, mit Freunden sprechen und beten.

Genießen: Im Talmud, einer jüdischen Auslegung alttestamentlicher Texte, heißt es: „Am jüngsten Tag wird der Mensch Rechenschaft ablegen müssen über alle guten Dinge, die er hätte genießen können, aber nicht genossen hat.“

Schlafen: weil ich dadurch loslassen kann, was mich so umtreibt und oft auch fesselt. Weil der Schlaf mir bewusst macht, dass ich nicht nur von meiner eigenen Leistung und Schaffenskraft das Heil erwarten kann, sondern dass mir vieles nicht nur im Schlaf, sondern überhaupt im Leben einfach zufällt.

Schwimmen: dieses Gefühl: Ich muss mich bewegen und zugleich werde ich getragen. Diese Einsicht: Manchmal muss ich mich wirklich abstrampeln und doch werde ich nicht fallen gelassen.

Weinen: „Tränen lügen nicht“. Das wusste ein Thomas von Aquin schon lange vor dem bekannten Schlager. Weil Tränen Giftstoffe ausschwemmen, weil sie ein Zeichen des ehrlichen Gefühls und echter Menschlichkeit sind.

Mit Freunden sprechen: weil ich dabei nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen muss, weil Lebenserfahrungen ausgetauscht werden und auch über manchem Blödsinn noch gelacht werden kann.

Beten: weil ich mich dabei aus der Verkrampfung löse, alles selber machen zu müssen.

Vielleicht regt dieses Rezept des Thomas von Aquin uns am Laetare-Sonntag einmal an, über unsere persönlichen Freudequellen nachzudenken.

Eines ist klar: „Von Herzen frohe Menschen sind immer eine Wohltat, ein Segen, sie sind Lebens- und Verwandlungskünstler, sie wirken ansteckend, erheiternd, erhellend, aufmunternd.“ (Paul Weismantel).

Einen gesegneten Sonntag und eine gute Woche wünscht
Diakon Alexander Fuchs