Liebe Leserin, lieber Leser,
wer in diesen Tagen die Kirchen unserer Pfarreiengemeinschaft besucht wird feststellen, dass in allen das kleinformatige MISEREOR Hungertuch aufgestellt ist. Seit Aschermittwoch will es uns daran erinnern, dass das Fasten nicht nur eine persönliche, private Dimension hat: Ich trete kürzer; ich spare ein; ich nehme weniger zu mir; ich verbrauche weniger Benzin oder Diesel; usw.
Die Fastenzeit ist immer auch nach außen gerichtet und soll im persönlichen Umfeld Verbesserungen anbahnen, wie auch im weltweiten Zusammenleben politische Zeichen setzen. Eine Auswirkung meines persönlichen Fasten kann sein, dass ich das Geld, das ich für den Einkauf bei Fleisch- und Wurstwaren einspare, für einen sozialen Zweck spende: Benachteiligte Menschen kommt dann mein persönlicher Verzicht zu Gute.
Eine weitere Auswirkung kann sein, dass ich bewusst meine Finanzen betrachte und in der Fastenzeit etwas reichlicher spende. Die großen Kirchen bitten ja in dieser Zeit um kräftige Unterstützung. Mein persönlicher Beitrag kann dann dazu führen, dass in den Ländern des Südens Bildungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche durchgeführt werden, die deren Perspektive auf ein gutes Leben im eigenen Land verbessern helfen.
MISEREOR baut ja nicht nur Brunnen, um die Landbevölkerung dort mit sauberen Trinkwasser zu versorgen, sondern bildet auch Erzieherinnen und Lehrkräfte aus, um die überwiegend junge Bevölkerung Bildung und Selbstständigkeit zu vermitteln.
Das Gebetbildchen, das für dieses Jahr zum Hungertuch 2025-2026 erstellt wurde, konnten Gottesdienstteilnehmerinnen und Teilnehmer an den vergangenen beiden Sonntag erhalten: Es wurde dann gemeinsam als Schlussgebet gesprochen und jede und jeder der es mitnehmen wollte, konnte dies gerne tun.
Mit allen, die diese Gedanken zur Fastenzeit lesen, wollen wir durch dieses Gebet Stärkung, Orientierung und Ermutigung finden: Möge uns Gott, der Barmherzige Vater, uns mit seinem Segen begleiten und führen!
ANTENNEN DER LIEBE
Gott,
lass uns Antennen deiner Liebe sein.
Hoch aufgerichtet und sensibel für das,
was Menschen bewegt,
bereit, jeden Funken deiner Liebe weiterzutragen.
Lass uns handeln, wo Not sichtbar wird,
Hoffnung säen, wo Verzweiflung wächst.
Lass unsere Taten wie Signale leuchten,
die weit reichen, über Straßen, Städte, Länder
und Grenzen hinweg.
Lass sie Menschen verbinden,
die Licht und Liebe suchen.
Gib uns Mut,
aufmerksam und wachsam zu bleiben,
unsere Liebe in Bewegung zu setzen,
damit sie sichtbar wird, hörbar, spürbar -
ein Echo deiner Gegenwart in unserer Welt.
Amen.
Einen gesegneten Sonntag wünscht im Namen des Seelsorgerteams
Pfarrer Nikolaus Hegler
