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GG - Zirkuläres Bauen

Nicht nur beim Heizen und Kühlen von Gebäuden, sondern auch schon bei deren Bau verursacht die Baubranche etwa 40 Prozent aller vom Menschen verursachten CO2-Emissionen und verschlingt weltweit fast die Hälfte aller Rohstoffe. Selbst der Sand für die Zementherstellung ist schon seit Jahren so knapp, dass sogar Saudi-Arabien mittlerweile auf Importe angewiesen ist.

Höchste Zeit also für ein fundamentales Umdenken bei den Baumethoden. Ein aktueller Ansatz ist das zirkuläre Bauen, bei dem Materialien und Gebäude so geplant, genutzt und wiederverwendet werden, dass Abfall vermieden und Ressourcen in geschlossenen Kreisläufen erhalten bleiben.

Die Bausubstanz von heute ist das Rohmaterial von morgen. Nach den bisherigen Regeln fürs Bauen ist es nicht vorgesehen, Materialien mehrfach einzusetzen, sondern teuer zu entsorgen. Der Fokus müsse auf Sanierung, Umbau und Rückbau liegen, statt auf Abriss.

Möglichst alles, was verbaut wurde, soll sich später wiederverwerten lassen – und zwar von Anfang an geplant und dadurch so problemlos wie möglich.

Philipp Dietsch vom Karlsruher Institut für Technologie plädiert für den Märklin-Baukasten als Vorbild: bauen, zurückbauen, neu kombinieren. Wenn Gebäude wie Baukästen gedacht werden, könnten ganz neue Routinen entwickelt werden - flexibel, effizient und materialschonend.

Dass nachhaltiges Bauen möglich ist, zeigen viele öffentliche und private Projekte wie aus den Niederlanden (z.B. Triodos Bank, Zeist), der Schweiz (z.B. Kulturzentrum Basel) und Deutschland (z.B. Feuerwehrhaus in Straubenhardt, Recyclinghaus in Hannover, oder Wohnhaus in Berlin-Schönefeld).

Bauen anders denken und planen für die Zukunft – als Vorbilder können auch frühere Häuser mit gestecktem Fachwerk dienen, die sich wieder auseinandernehmen ließen.

(siehe AD Magazin vom 22.April 2023)
 

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