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GG - Geheimnisvoll und gefährdet: Fledermäuse

In der Dämmerung sieht man sie manchmal vorbeischwirren. Diese kleinen geschützten Säugetiere sind faszinierend. Sie können vieles, was einzigartig ist: Sie sehen mit den Ohren, fliegen mit den Händen und schlafen mit dem Kopf nach unten. Mit einer Spannweite von bis zu 45 Zentimetern ist der Große Abendsegler eine der größten heimischen Fledermausarten. Die kleine Zwergfledermaus passt dagegen mit zusammengefalteten Flügeln etwa in eine Streichholzschachtel.

Fledermäuse haben ein sehr empfindliches Gehör. Durch Echoortung können sie sich in der Dunkelheit hervorragend orientieren, ihre Beute erkennen und zielgenau zuschnappen. Sie fangen und fressen im Fliegen, pro Nacht gut mehrere 1000 Insekten. 

Als nachtaktive Tiere schlafen Fledermäuse tagsüber in Gesteins- oder Baumhöhlen, Felsspalten oder in Unterschlüpfen wie Dachböden, Mauernischen und Bergstollen. In der kalten Jahreszeit finden sie sich in frostfreien Quartieren zusammen, um Winterschlaf zu halten. Beim Wechsel zwischen Sommer- und Winterquartier legen sie teilweise mehr als 2.000 Kilometer zurück, denn einige Fledermäuse wandern wie Zugvögel in den Süden. Andere fliegen aber auch nur vom Dachboden in den Keller alter verlassener Gebäude.

Im Herbst schwärmen Fledermäuse aus, fressen sich Fettreserven an und versammeln sich in großer Zahl vor ihren Winterquartieren, auch um dort Paarungspartner zu finden. Ein Weibchen paart sich meist mit mehreren Männchen. Die Spermien bleiben dann den Winter über in der Gebärmutter, Eisprung und Befruchtung erfolgen erst im wärmeren Frühjahr. Für die Geburt und Aufzucht schließen sich mehrere Fledermausweibchen zu einer Wochenstube zusammen. Nach etwa 50 Tagen kommt der Nachwuchs auf die Welt und wird von den Müttern gesäugt. Die Fledermausmänner verbringen diese Zeit meistens allein oder in Männchenkolonien.

Mit vier bis fünf Wochen beginnen die Kleinen selbstständig Insekten zu jagen und verlassen im Sommer ihre Wochenstuben. Gemeinsam mit den erwachsenen Tieren schwärmen sie aus und suchen neue Winterquartiere. Dabei verirren sie sich gelegentlich in Wohnungen oder Häuser, die sie als Zwischenquartiere nutzen. Sie finden selbst wieder ins Freie, wenn alle Fenster weit offen stehen und das Licht ausgeschaltet ist.

Wie andere Wildtiere auch, sind Fledermäuse auf insektenreiche Gegenden angewiesen. Wir können dazu beitragen, indem wir unsere Gärten entsprechend tierfreundlich gestalten,
(Deutsche Wildtierstiftung, NABU)

Ellen Specht, Gabriele Seidel

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