Liebe Leserin, lieber Leser,
in wenigen Tagen beginnen die Ferien und viele Familien machen Urlaub.
Erholung und Entspannung, aufregende Erlebnisse und Abenteuer stehen auf dem Plan. Hoffen wir, dass alle wieder gesund und frohen Mutes zurückkehren werden.
Die Kurzfassung des Evangeliums am Sonntag spricht: „vom Schatz im Acker“ und „von der kostbaren Perle“. Jesus wählt diese Bilder um seinen Jüngerinnen und Jüngern etwas „über das Himmelreich“ zu verklickern. Und für den Evangelisten Matthäus ist die Frohe Botschaft Jesu, die er „mit Hand und Herz“ verkündet und die Beziehung Jesu zu seinen Gott, den er mit „Abba“ (=Väterchen) anspricht wie ein Schatz, den er gefunden hat: Sein ganzes Leben hat er diesem Schatz und dieser Perle verschrieben. Und seine Botschaft an seine Leserinnen und Leser lautet: Wer ist Jesus für Dich? Ist sein Evangelium für Dich wie ein Schatz oder wie eine kostbare Perle? Bist Du bereit, alles, ja wirklich: alles, dafür einzusetzen, damit Du dies für Dich gewinnen kannst?
Sicherlich wird jede und jeder von uns dazu eine eigene Haltung haben und für den einen oder die andere sind solche Fragen „ganz weit weg!“
Dennoch wäre es aus meiner Sicht einmal wichtig sich Zeit dafür zu nehmen und sich zu befragen: Wer oder was ist denn für mich so wichtig, dass ich alles „auf diese Karte setzen“ würdest? Für wen oder was wäre ich bereit, alles aufzugeben, damit ich es voll und ganz mein Eigen nennen könnte?
Oftmals werden es bei den meisten die Lebenspartnerin oder der Lebenspartner sein. Wer eigene Kinder und Enkelkinder hat, wird wohl diese in seine Überlegungen mit einbeziehen? Wieder andere werden ihren besonderen Beruf in Anschlag bringen: Menschen zu retten, Menschen beizustehen und ihnen zu helfen!…
Wichtig wäre jetzt in einem zweiten Schritt sich darüber Rechenschaft zu geben, ob diese Entscheidung wirklich auch die Art und Weise meines Lebens widerspiegelt: Bin ich wirklich bereit, alles dafür zu geben, damit es meinem Partner, meinen Kindern, meinen Enkeln gut geht? Ist die formulierte Antwort wirklich mit meinem Lebensstil gedeckt? Oder sind es bloße Formulierungen, die einfach dahin gesagt, für das weitere Leben keine Bedeutung erhalten und keine Konsequenzen nach sich ziehen.
Der Umgang mit der Welt, mit „unserem Haus Erde“, wie es Papst Franziskus in seiner Enzyklyka: „Laudato Si“ im Jahre 2015 formuliert hat, ist für Christinnen und Christen heute die „Nagelprobe“ um unsere Option für unsere Kinder und Engelkinder glaubwürdig zu leben.
Negativ gewendet hat es Erich Fried schon vor Jahrzehnten, wenn er schreibt: „Wer will, dass die Welt so bleibt, wie sie ist, der will nicht, dass sie bleibt!“
Es liegt also an uns. An Dir. Und an mir.
Haben wir Vertrauen und fangen wir HEUTE damit an, unser Leben so zu ändern, dass wir und unser Schatz und unsere Erde, die Basis unseres Seins, wirklich eine Zukunft haben!
Einen guten Sonntag und eine frohe Woche wünscht
Nikolaus Hegler, Pfarrer, im Namen des Seelsorgerteams.
