Jetzt beginnt die Fastenzeit, die 40 Tage der Zeit der Vorbereitung auf Ostern, auf das Fest des Lebens, auf das Fest der Auferstehung Jesu.
Bereits in der alten Kirche war diese Zeit eine große Zeit des Verzichtes, wichtig war der Verzicht auf Fleisch. Außerdem, nach einem Verzicht, ist die Freude des Feierns danach groß.
Aber bei den Propheten ist das anders, sie belehren uns, was eigentlich Fasten heißt. Richtig Fasten heißt nicht nach außen zeigen, dass ich verzichte. Richtig Fasten heißt sich besonders um die Liebe zu den Kleinen, Armen und Schwachen bemühen.
In unserer Gesellschaft und auch in den Kirchen gibt es verschiedene Vorschläge, wie jemand verzichten kann: weniger Auto fahren, weniger das Handy nutzen, keinen Alkohol trinken, nicht rauchen….
Schauen wir das Evangelium und Jesus an, der in der Wüste gefastet hat. Was sagt der Versucher? Steine zu Brot werden lassen, vielleicht nicht genießen um jeden Preis, alles haben wollen. Sich vom Tempel herabstürzen: normal sein, nicht etwas besonders Auffälliges tun, wie viele junge Leute heute, die sich von den asozialen Medien verführen lassen. Nicht der Größte, Mächtigste, Gescheiteste sein wollen, sondern normal sein, sich klein machen.
Das ist das Beispiel Jesu: Verzichten auf sein Gottsein, er steigt herab ganz zu uns Menschen, ganz als einer von uns. Warum? Aus unendlicher Liebe.
Es täte uns gut, von dieser Liebe Jesu zu lernen, die Liebe, das Herabsteigen im Alltag zu leben. Ich glaube, das wäre ein richtiges Fasten als Vorbereitung auf Ostern.
Ich wünsche uns allen Gottes Segen für diese Zeit,
ihr Karl Mödl, Pfr. i. R. mit dem Seelsorgeteam.
