In dieser Woche feiern wir das Hochfest des „Hinaufsteigens Jesu in den Himmel“, volkstümlich bezeichnet als Christi Himmelfahrt. An vielen Orten wird das bildlich dargestellt: wenn eine Figur des Auferstandenen feierlich hinaufgezogen wird in ein großes Loch in der Decke der Kirche.
Eigentlich müsste es heißen: Jesus lässt sich zum letzten Mal vor seinen Jüngerinnen und Jüngern sehen.
Jesus der Auferstandene ist derselbe und doch anders. Es heißt: er ist ganz beim Vater im Himmel. Wir können ihn nicht sehen und doch ist er da.
Die Seinen können ihn nur sehen, wenn er es will. Jesus ist bei seinen Jüngerinnen und Jüngern, damit sie Zeugen seiner Auferstehung sein können. Er zeigt sich mit seinen Wunden als der Gekreuzigte, er lässt sich berühren, er isst mit ihnen, er sagt: ich bin es wirklich, ich lebe.
Er will auch uns sagen: Auch für dich ist der Tod nicht das Ende, du wirst leben bei mir und meine ganze Liebe erfahren.
Dieses Fest hat noch eine andere Bedeutung. Die Tage zuvor sind die Bitttage, an denen zu verschiedenen Orten zu verschiedenen Anliegen betend gegangen wird. An diesem Festtag war dann die große Flurprozession. Mit Jesus in der heiligen Hostie gingen die Menschen weit hinaus in die Felder und beteten um eine gute Ernte und um Schutz vor Unwetter.
Seit kurzem wird dieser Tag auch als Vatertag begangen. Die Mutter ist zwar die wichtigste Bezugsperson für die Kinder, aber auch der Vater ist eine wichtige Bezugsperson, damit die Kinder mit väterlicher Hilfe zu reifen Personen heranwachsen können.
Ich wünsche uns allen eine gesegnete Woche.
Ihr Karl Mödl, Pfr. i. R. mit dem Seelsorgeteam
