Im 2. Vatikanischen Konzil geschah endlich eine Wende hin zum Ursprung der Kirche. Die Kirche ist zuerst das Volk Gottes, in dem alle gleich sind. Gott hat sich sein Volk ausgesucht.
In dieser Kirche gibt es auch Menschen, die eine besondere Aufgabe haben, aber sie sind in diesem Volk zuhause, sie stehen nicht über dem Volk.
Als ich jung war gab es die priesterliche Standesordnung, sie wurde von den Vorgesetzten eingefordert. Damals meinte ich noch, ich wäre etwas besonderes. Aber das Konzil hat mich bekehrt. Jetzt weiß ich, ich gehöre zu diesem Volk mit Jesus in der Mitte. Von ihm darf ich den Menschen erzählen. Er ist der Herr allein.
Im Evangelium betont Jesus dieses Volk: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.
Jesus ist da, wenn wir seine Gemeinschaft sind. Auch wenn Eltern mit ihren Kindern zusammen beten beim Essen oder am Abend oder am Morgen, dann ist Jesus immer mit dabei. Das haben wir fast vergessen.
Wenn wir Priester lernen, dass wir nichts besonderes sind, dann schauen wir auf das Beispiel Jesu, der ganz zu uns herabgestiegen ist, wir nehmen sein Herabsteigen für uns ernst. Jesus lebte die längste Zeit seines Lebens als einfacher Handwerker, nichts besonderes. Das dürfen wir von ihm lernen.
Ich wünsche uns allen, dass wir stärker die Gemeinschaft des Volkes Gottes miteinander leben.
Ihr Karl Mödl, Pfr. i. R. mit dem Team der Seelsorge
